Es war einmal ein “Pourqui” …

… und der machte Musik, schon ziemlich lange. Und als er sich überlegt hat, das ganze mal richtig zu probieren, hat er die Chance genutzt und ist nach Valencia geflogen, um bei der ersten Europa-Konferenz des Indie-Vertriebs seines Vertrauens teilzunehmen. Musiker unter sich, Fachgesimple, die grosse weite Welt.

Da gab es nun zwei Tage lang jede Menge Workshops. Einer zum Thema Marketing. Ein Teil des Workshops bestand aus folgenden Aufgabe: Nenne Deinem Sitznachbarn Deinen Band-oder Künstlernamen und lasse ihn raten, welche Musik man selbst macht.

Da wurde mir etwas mulmig. Die Entscheidung meinen lange, laaaange Jahre gehegten und gepflegten Spitznamen zum Künstlernamen zu machen, habe ich nie wirklich kritisch hinterfragt. Das lag für mich einfach auf der Hand. Aber irgendwie hat den Namen auch nie jemand auf Anhieb verstanden geschweige denn schreiben können. Ach was soll’s, das wird schon werden, dachte ich mir. Was sich ein Fremder darunter vorstellt, die Frage habe ich mir allerdings nie gestellt. Ganz schön naiv, oder?

Also, ich schreibe “Pourqui” auf einen Zettel und überreiche ihn meinem echt netten Sitznachbarn aus Mittelengland. Er schaut drauf, schaut mich an, schaut wieder auf den Zettel und sagt dann vorsichtig: “So your into Chansons, right? Cool!”.

Äh, nein, garnicht cool. Noch bevor ich den ersten Fuss zur Tür des Workshop-Raumes hinausgesetzt hatte, war “Pourqui” Geschichte und es wurde “Audio Testing Area” daraus. Wenn mir damit immer noch jemand Chansons nachsagt, dann spiele ich nur noch Lieder von Édith Piaf, Juliette Gréco, Charles Aznavour, Jacques Brel, Jacques Dutronc, Maurice Chevalier und Serge Gainsbourg. Mit E-Gitarre und Bohrmaschine.

Aber bis dahin habt Ihr die wunderbare Gelegenheit, den letzten Original-Tapes von “Pourqui” zu lauschen. Dank einer sehr großzügigen Gönnerin haben die Originale den Besitzer gewechselt. Oder sagt man “Besitzerin gewechselt”? Aber ich war doch garnicht “die Besitzerin”. Und die Frau mit den Spendierhosen ist jetzt nicht “der Besitzer” sondern “die Besitzerin”. Seltsame Sache diese Sprache.

Aber ich schweife ab, hört Euch lieber die Tapes an:

Ein Gedanke zu „Es war einmal ein “Pourqui” …“

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